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Praktikumsplätze für Nachwuchskräfte - Berufsfelderkundungstage und freiwillige Praktika

(vom 11.07.2017)

Im Rahmen der Anforderungen an ein modernes Personalmarketing ist das frühzeitige Zugehen auf zukünftige Nachwuchskräfte von zunehmender Bedeutung. Beim „Wettbewerb um die besten Köpfe“ gilt es, frühzeitig Interesse bei Bewerbern für kommunale Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse zu wecken.Hierzu haben zahlreiche Arbeitgeber aus verschiedensten Sparten des kommunalen öffentlichen Dienstes auf entsprechende Nachfrage der KAV NW-Geschäftsstelle Stellung bezogen.

Die nachfolgenden Statements von Praktikern aus den einzelnen Sparten des kommunalen öffentlichen Dienstes machen deutlich, dass schon sehr viele kommunale Arbeitgeber bereits Praktikumsplätze im Rahmen von Schülerpraktika oder freiwilligen Praktika angeboten und gute Erfahrungen mit deren Durchführung erzielt haben. Wenn Sie als Kommunalverwaltung oder kommunales Unternehmen noch nicht in dieser Richtung unterwegs sind, geben Ihnen die nachfolgenden Statements vielleicht die eine oder andere Anregung oder Hilfestellung hierzu.

Stadt Aachen, Oberbürgermeister Marcel Philipp
„Die Stadt Aachen bietet jugendlichen Schülerinnen und Schülern im Rahmen von dreitägigen Berufsfelderkundungstagen die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Berufsfeldern zu erwerben. Die Praxistage werden durch ein begleitendes, pädagogisches Angebot ergänzt. Besondere Themenschwerpunkte sind die Anforderungen der Arbeitswelt in Bezug auf das Persönlichkeitsprofil der Schülerinnen und Schüler, ausbildungsrelevante Schlüsselkompetenzen sowie die Selbst- und Fremdeinschätzung. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler bei der individuellen Entscheidung ihrer Berufswahl zu unterstützen.“

Stadt Krefeld, Oberbürgermeister Frank Meyer
Stadt Krefeld bietet 130 Jugendlichen Einblicke in den beruflichen Alltag - Nachwuchsförderung auf neuem Niveau
Um junge Menschen für die Verwaltung als Arbeitgeberin zu begeistern, engagiert sich die Stadtverwaltung Krefeld bereits im dritten Jahr im Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA).
Schülerinnen und Schüler der achten Klassen verschiedener Schulformen erhielten in diesem Jahr die Chance, eine Berufsfelderkundung innerhalb der Verwaltung durchzuführen. Berufsfelderkundungen ermöglichen den Jugendlichen, einen Tag lang in verschiedene Berufe hinein zu schnuppern und konkrete Tätigkeiten und Arbeitgeber kennenzulernen. Das erleichtert die Auswahl des späteren Betriebspraktikums.
Die Stadt Krefeld hat gemeinsam mit der Stadt Mönchengladbach und den Kreisen Neuss und Viersen die Internetplattform „Fachkräfte für Morgen.de“ gegründet. Hier stellen Unternehmen überregional Angebote von Berufsfelderkundungsplätzen in der Region zur Verfügung. Gerade dieses überregionale Angebot bietet den Schülerinnen und Schülern eine Vielzahl von Möglichkeiten über die Stadtgrenzen hinaus und stellt die Arbeitswelt realistisch für die Jugendlichen dar.
Die Stadt Krefeld hat sich auch selbst für die Schülerinnen und Schüler geöffnet. Vom Archivar bis zum Verwaltungsmitarbeiter können die Jugendlichen so ziemlich in jeden Bereich der Verwaltung hinein schnuppern.
130 Schülerinnen und Schüler haben diese Möglichkeit alleine in diesem Jahr für sich genutzt.
Selbst Oberbürgermeister Frank Meyer stellte an zwei Tagen den Jugendlichen seinen Arbeitsplatz vor. „Wir möchten jungen Menschen einen Einblick in die spannenden Berufsfelder in unserem Hause geben. Erst wenn wir den Schülerinnen und Schülern praktisch darstellen, was eine Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger leistet, wird das Interesse für die Stadt Krefeld als moderne Arbeitgeberin geweckt. Dies ist gerade in Zeiten enorm wichtig, in denen es aufgrund des demografischen Wandels schwieriger wird, gute Nachwuchskräfte zu finden. Deshalb wird Krefeld auch im nächsten Jahr wieder viele Plätze für die Berufsfelderkundung anbieten.“

Kreisklinikum Siegen, Geschäftsführer Bertram Müller
„Wir haben in den vergangenen Jahren häufig Berufsfelderkundungen für junge Menschen beim Kreisklinikum Siegen angeboten, um den Berufsalltag in einem Krankenhaus kennenzulernen. Da eintägige Berufsfelderkundungstage erfahrungsgemäß zu kurz sind, um einen realistischen Einblick in den wirklichen Arbeitsalltag eines Krankenhauses zu gewinnen, führen wir Praktika im Rahmen von Berufsfelderkundungen gezielt mehrwöchig durch. Hierbei kooperieren wir jeweils mit den Schulen vor Ort.“

Kreis Steinfurt, Aus- u. Fortbildungsleiterin Michaela Köllen-Schmidt
„Im Rahmen des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ beteiligte sich der Kreis Steinfurt an den Berufsfelderkundungstagen. Zum Schnuppertag in der Kreisverwaltung begrüßte Ausbildungsleiterin Michaela Köllen-Schmidt am 03.04. acht Schülerinnen und Schüler. Die Mädchen und Jungen konnten sich an diesem Tag über berufliche Tätigkeiten in den Bereichen „Bauzeichnung und Architektur“, „Vermessung“, „Natur und Garten“, „Verwaltung“ und „Mediengestaltung“ informieren und dort einiges ausprobieren. So konnten sie Zeichnungen von Straßen erstellen, größere Entfernungen messen, Büromaterial verwalten und bestellen, Belegungspläne und Terminblöcke erstellen, Sommerblumen aussäen und Pflanzen topfen. In einer Feedbackrunde am Ende des Tages zeigten sich alle Schülerinnen und Schüler begeistert über die Möglichkeiten und die gewonnenen Einblicke.
Für eine gezielte Berufswahl ist es wichtig, Berufsorientierung schon frühzeitig als Bestandteil des Unterrichts in allen Schulformen zu etablieren. Die praktischen Erfahrungen und Einblicke in den beruflichen Alltag ergänzen die Entscheidungsfindung durch die Berufsfelderkundungstage in idealer Weise. Aber auch für den Arbeitgeber ergeben sich viele Vorteile – denn die Jugendlichen von heute sind die Auszubildenden von morgen und der Arbeitgeber erhält so die Chance, sich gegenüber potenziellen Auszubildenden zu präsentieren.“

Sparkasse Gummersbach Bergneustadt, Vorstandsvorsitzender Frank Grebe
„Die Berufsfelderkundung ist aus meiner Sicht für beide Seiten – Schülerinnen und Schüler und für uns als Sparkasse – eine tolle Sache!
So können die jungen Leute bereits frühzeitig in Klasse 8 einen Blick hinter die Kulissen verschiedener Unternehmen werfen und typische Aufgaben und Arbeiten z.B. eines Bankkaufmanns kennenlernen.
Die Berufsfelderkundung bringt aus meiner Sicht etwas Licht in den Dschungel der zahlreichen Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten und hilft den Schülern, zielgerichteter einen passenden Praktikumsplatz auszuwählen und im Anschluss daran den richtigen Ausbildungsplatz zu finden.
Aber auch für uns als Sparkasse ist es eine super Chance, uns den Jugendlichen als attraktiver Ausbilder und Arbeitgeber vor Ort zu präsentieren und so potentielle Nachwuchskräfte zu gewinnen. Bei einem immer schwieriger werdenden Wettbewerb um geeignete Bewerber und sinkende Bewerberzahlen sind die Berufsfelderkundung und die anschließenden Praktika für uns eine gute Möglichkeit, uns weiterhin eine genügende Anzahl an Bewerbungen zu sichern. Dies zeigen auch die seit Jahren konstant hohen Quoten von Praktikanten, die sich nach dem Praktikum bei uns um einen Ausbildungsplatz bewerben.“

Wallfahrtsstadt Werl, Bürgermeister Michael Grossmann
„Die Wallfahrtsstadt Werl nimmt seit dem Jahr 2016 an der Berufsfelderkundung teil.
Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler an einem Arbeitstag drei unterschiedliche Arbeitsbereiche unserer Verwaltung kennen; zuletzt Archiv, Ordnungsamt und Grünflächenpflege.
Nach einem Überblick über die jeweiligen Aufgaben begleiten die Schülerinnen und Schüler dann jeweils eine/n Mitarbeiter/in bei der Arbeit und können konkret Einblicke in die Praxis erhalten und Fragen stellen.
Wichtig ist uns neben der Bereitstellung des Angebots auch das Wecken von Interesse für die Aufgaben und Tätigkeiten einer Verwaltung, das dann über Praktikum und Ausbildungsbörse gegebenenfalls zu einem Berufswunsch und Ausbildungsplatz führt.“

Stadtwerke Münster, Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann
„Die Stadtwerke Münster nehmen in diesem Jahr erstmalig an den Berufsfelderkundungen teil. Diese finden in diesem Jahr in zwei Aktionszeiträumen statt. In dem jeweiligen Zeitraum bieten wir an zwei Tagen 14 Plätze für die Berufsfelderkundung an. Die Schülerinnen und Schüler lernen hierbei z.B. Ausbildungsberufe wie Kfz-Mechatronik, Rohrleitungsbau, Anlagenmechaniker oder auch Elektronik kennen. Nachdem wir alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam im Hauptgebäude begrüßt haben, lernen sie anschließend typische Tätigkeiten und Abläufe der ausgewählten Berufsbilder in unserer Lehrwerkstatt und unserem Verkehrsbetrieb kennen.“

Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Erster Landesrat und Kämmerer Dr. Georg Lunemann
„Seit 2015 bietet der LWL im Rahmen der Berufsfelderkundung jedes Jahr mehreren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich einen Eindruck von den Aufgaben und Herausforderungen eines modernen Kommunalverbandes zu machen. Die Vergabe der Plätze erfolgt über die Internetseite der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“.
Einmal beim LWL angekommen, stellen zunächst LWL-Azubis den LWL vor, anschließend erkunden die Schülerinnen und Schüler den Landschaftsverband mit einer eigens konzipierten Rallye auf eigene Faust, um dadurch einen authentischen Einblick von den vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhalten.
Dabei wird schnell klar, dass auch der LWL – genauso wie viele andere kommunale Arbeitgeber – mehr zu bieten hat, als „nur Büroarbeit“. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler am Nachmittag mit den LWL-Azubis an deren Ausbildungsplatz mitarbeiten und ein Stück Alltag kennen lernen.
„Die Berufsfelderkundung ermöglicht es kommunalen Arbeitgebern, sich live zu präsentieren, das eine oder andere tradierte Vorurteil auszuräumen und vielleicht sogar das Interesse bei den Schülerinnen und Schülern für einen Job im öffentlichen Dienst zu wecken.“, so Dr. Georg Lunemann, Erster Landesrat und Kämmerer des LWL.“

AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln, Geschäftsführer Peter Mooren
„Wir bei der AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH nutzen eine Vielzahl von Möglichkeiten, junge Menschen frühzeitig mit den vielfältigen beruflichen Optionen in unserem Unternehmen vertraut zu machen. Neben Aktionstagen wie dem ‚Girls Day‘ bzw. ‚Boys Day‘, führen wir bspw. regelmäßige Führungen und ‚Erkundungstage‘ im Unternehmen mit Schülerinnen und Schülern ganz unterschiedlicher Altersklassen, von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule, durch. Darüber hinaus stehen wir im engen Kontakt zu zwei Kooperationsschulen in unserer Stadt, um auf der einen Seite den Schülerinnen und Schülern bspw. bei der Anfertigung von Bewerbungen oder dem Führen von Bewerbungsgesprächen unterstützend zur Seite zu stehen. Auf der anderen Seite können wir auf diese Weise bereits frühzeitig interessierte Praktikanten gewinnen und potenzielle Auszubildende für unser Unternehmen kennenlernen. Wir erachten diese enge Verzahnung von verschiedenen Maßnahmen, von ‚Aktionstagen‘, Schulkooperationen, Praktikantenangeboten etc., als bedeutsam für eine langfristige Personalplanung und -entwicklung und damit mitentscheidend für den nachhaltigen Erfolg unseres Unternehmens.“

Oberbergischer Kreis, Landrat Jochen Hagt
„Der Oberbergische Kreis bietet Schülerinnen und Schülern seit 2015 zweimal jährlich die Berufsfelderkundung an. Die Jugendlichen lernen dabei verschiedene Ämter der Kreisverwaltung kennen. Das Ziel des Oberbergischen Kreises ist es, den jungen Menschen einen möglichst umfangreichen Einblick in die Aufgabenvielfalt der Kreisverwaltung zu geben.
„Die Berufswahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die wir im Laufe unseres Lebens treffen. Das frühzeitige Auseinandersetzen mit den eigenen Interessen und Stärken sowie den vielen verschiedenen Berufsbildern ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Ausbildungs- oder Studienwahl“, so erklärt Landrat Jochen Hagt das Angebot der Berufsfelderkundung beim Oberbergischen Kreis.
Das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Berufsfelderkundung ist sehr groß. Alle sechs bisherigen Berufserkundungen waren ausgebucht. Die Rückmeldung der Jugendlichen fiel dabei überwiegend positiv aus. Es gefiel ihnen zum Beispiel im Umweltamt die pH-Werte aus verschiedenen Flüssigkeiten zu messen oder das Lebensmittel- und Veterinäramt zu besichtigen.
Die Schülerinnen und Schüler befinden sich zwar erst in der achten Klasse, doch sie erhalten auf diese Weise bereits eine Orientierung für die spätere Berufswahl. Daher möchte der Oberbergische Kreis auch in Zukunft den jungen Menschen die Möglichkeit geben, die Arbeit in der Kreisverwaltung kennenzulernen.“

Stadtsparkasse Oberhausen, Vorstandsvorsitzender Bernhard Uppenkamp
„Wir befinden uns in einem immer größeren Wettbewerb um zukünftige Auszubildende mit anderen Unternehmen, deshalb nutzen auch wir die Möglichkeit, junge Leute über den Beruf Bankkauffrau/ Bankkaufmann und die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Stadtsparkasse Oberhausen zu informieren.
Unter der Fragestellung "Was macht eigentlich eine Bankkauffrau/ein Bankkaufmann den ganzen Tag?" haben unsere Auszubildenden zu diesem Zweck einen abwechslungsreichen halbtägigen Workshop zur Berufsfelderkundung als Alternative zu einem Tagespraktikum im Filialbereich zusammengestellt. Die Teilnehmerzahl je Workshop haben wir auf zehn junge Menschen begrenzt. Ein positiv erlebtes Praktikum ist eine der wichtigsten Entscheidungshilfen zur Berufswahl. Die geplanten Termine veröffentlichen wir über das Portal der Stadt Oberhausen www.berufsfelderkundung-oberhausen.de. Die Schülerinnen und Schüler können sich direkt über das Portal für eine Teilnahme anmelden.
Die jungen Teilnehmer sind immer sehr interessiert und mit Spaß dabei. Wir erhalten nicht nur von den Schülerinnen und Schülern sehr positive Rückmeldungen, sondern auch von Angehörigen und Lehrpersonal.“

Stadt Mülheim an der Ruhr, Amt für Kinder, Jugend und Schule, Kommunale Koordinierung, Übergang Schule-Beruf, Jennifer Reichstein
„Seit vier Jahren nimmt das KommunikationsCenter der Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr regelmäßig an den Berufsfelderkundungstagen teil. Wir möchten Jugendlichen zeigen, dass eine Ausbildung bei der Verwaltung nicht steif, langweilig und verstaubt ist, sondern interessant, abwechslungsreich und lebendig sein kann.
Die verschiedenen Aufgaben der Stadtverwaltung werden spielerisch erarbeitet und die unterschiedlichen Berufsmöglichkeiten vorgestellt. Die Schüler nehmen an verschiedenen Arbeitsstationen wie Telefonie, dem selbständigen Arbeiten mit der Wissensdatenbank und dem Besuch der Bürgeragentur teil. Den Abschluss bildet ein Rundgang des Rathauses mit Turmbesichtigung, um einen Überblick über unsere schöne Stadt zu erhalten.“

BOGESTRA AG, Vorstand Personal, Kommunikation und Infrastruktur, Gisbert Schlotzhauer
„Die Berufsfelderkundung ist für Schüler eine gute Möglichkeit, erste Einblicke in die Berufswelt zu bekommen. Die BOGESTRA AG bietet die Erkundung für die Berufe Elektroniker, Industriemechaniker, Mechatroniker, Informatiker, Fachkräfte im Fahrbetrieb und Kaufleute für Büromanagement an. Dabei durchlaufen die jungen Leute an einem Tag pro Beruf ein fachspezifisches Programm, bei dem sie von unseren Auszubildenden begleitet werden. Die praktischen Übungen kommen bei den Schülern dabei besonders gut an. Für die BOGESTRA AG ist die Berufsfelderkundung eine gute Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber in der Region zu präsentieren und so Schülerinnen und Schülern die vielfältigen Ausbildungsberufe vorzustellen.“

Abschluss ohne Anschluss", Monika Lewek-Althoff
„Der Kreis Unna setzt seit dem Schuljahr 2013/14 „Kein Abschluss ohne Anschluss“ um. Die nach der Potenzialanalyse umzusetzende „Berufsfelderkundung“ ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, Berufsfelder frühzeitig kennen zu lernen. Dies erfordert ein Mitwirken von Lehrkräften und die Unterstützung der Eltern.
Um vor allem Schulen bei dieser zusätzlichen Aufgabe zu unterstützen, haben viele Kommunale Koordinierungen Online-Buchungsportale etabliert, so auch der Kreis Unna. Diese ermöglichen oftmals einen Blick über den Tellerrand und lassen Schüler auf eine Vielfalt von Möglichkeiten zurückblicken, die nicht nur Firmen „um die Ecke“ zeigen, sondern auch noch unbekannte Berufe und Betriebe. Der Blickwinkel für das, was es gibt, weitet sich automatisch.
Dies gelingt jedoch nur, wenn ein ausreichendes Angebot im Portal zur Verfügung gestellt wird. Von daher ist es ganz wichtig, dass Firmen dieses Portal nutzen. Es vereinfacht die Praktikumssuche vor allem auch auf Seiten der Betriebe, die sich dadurch nicht mit zahlreichen telefonischen Praktikumsanfragen einzelner Schüler belasten müssen.
Die Berufsfelderkundung ist gleichzeitig eine „Vorschau“ auf das im kommenden Schuljahr stattfindende Schülerbetriebspraktikum. Durch die drei Erkundungstage bekommen Schüler kleine Einblicke in die Arbeitswelt und sie wissen vielleicht dann schon, wo sie ihr zwei- bzw. dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum durchführen werden. Denn die Berufsfelderkundung ermöglicht erste und auch nachhaltige Kontakte zu Betrieben.“

Sparkasse am Niederrhein, Vorstandsvorsitzender Giovanni Malaponti
„Die Sparkasse am Niederrhein bietet grundsätzlich allen Schülerinnen und Schülern der zwanzig weiterführenden Schulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse die Möglichkeit eines Schülerpraktikums an. Der Zeitraum von in der Regel zwei bis drei Wochen richtet sich nach den Vorgaben der Schulen; aus unserer Sicht machen gerade im Sparkassenbereich nur mehrwöchige, längere Praktika Sinn. Als grundsätzliche Richtschnur versuchen wir, die Praktikumsplätze möglichst gleichmäßig auf die verschiedenen Schulen mit drei bis vier Plätzen pro Schule und Termin zu verteilen. Hinsichtlich des Praktikumsablaufes beginnt dieses mit einem Einladungsgespräch, wo der Praktikant auf das Bankgeheimnis und den Datenschutz verpflichtet wird. Um den Alltag in einer Geschäftsstelle zu erleben, werden z.B. Schaltertätigkeiten unter Aufsicht angeboten (z.B. Auszahlungen selbst in den Computer eingeben und Geld auszahlen lassen). Auch für einfache Sachbearbeitungstätigkeiten unter Anleitung werden die Praktikanten herangeführt. Zum Ende des Praktikums erfolgt regelmäßig eine Besprechung mit dem Praktikanten, wo Fragestellungen der Kunden- und Serviceorientierung, der Kooperation und Teamfähigkeit, der Leistungsmotivation sowie das Lern- und Arbeitsverhalten besprochen werden. Dieser Einsatz, den wir bei der Durchführung der Praktika einbringen, dient auch zur Gewinnung späterer Auszubildender.“

Flughafen Düsseldorf, Leiterin Human Resources, Ellen Kirschenfauth
„Die frühzeitige Zusammenarbeit von Schule und Unternehmen wird immer wichtiger – so engagieren wir uns am Düsseldorfer Flughafen seit vielen Jahren in verschiedener Weise bei Projekten und Veranstaltungen rund um das Thema Berufsorientierung. Den ersten Kontakt mit der Berufswelt bieten wir schon den ganz jungen SchülerInnen an: Im Rahmen einer Flughafen-Rallye werden 5. und 6. Klässler auf eine Airport-Erkundungstour geschickt, u. a. mit ersten Aufgabenstellungen zu den angebotenen Ausbildungsberufen. Gezielt für die Mädchen der 8. Klassen folgt der „Girls Day am Airport“, den wir seit fünf Jahren in Zusammenarbeit mit ansässigen Unternehmen organisieren und mit dem wir rund 80 Schülerinnen unserer verschiedenen Kooperationsschulen an vermeintliche Männerberufe heranführen wollen.
Darüber hinaus nehmen wir neben den klassischen Betriebserkundungen, bei denen SchülerInnen im Klassenverbund die verschiedenen Berufsbilder und den Arbeitsplatz Flughafen kennenlernen, auch seit einigen Jahren an den schulübergreifend organisierten „Düsseldorfer Berufsorientierungstagen“ der Landeshauptstadt Düsseldorf teil. Zusätzlich bieten wir auf Anfrage in unserer Ausbildungswerkstatt Lötkurse für technisch-interessierte SchülerInnen an. In Kleingruppen löten die SchülerInnen dort unter Anleitung durch unsere Ausbilder z.B. Flugzeugmodelle aus verschiedenen Bauteilen. „Wann immer es geht, sind unsere Auszubildenden bei diesen Aktionen mit an Bord und erzählen von ihren eigenen Erfahrungen und Aufgaben im Rahmen der Ausbildung und geben Tipps und Hilfestellungen rund um das Bewerbungsverfahren. Nicht selten sind ehemalige Schülerpraktikanten heute unsere Auszubildenden.“, so Ellen Kirschenfauth, Leiterin Human Resources am Flughafen Düsseldorf.“

Wirtschaftsbetriebe Duisburg - AöR, Geschäftsbereichsleiterin Personalmanagement und Organisation, Dr. jur. Sandra Zeh
„Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg-AöR bietet seit 2014 die Möglichkeit zur Berufsfelderkundung. Die Nachfrage/Teilnahme bewegt sich jedoch im einstelligen Bereich. Die Bandbreite der Berufsfelder, welche hier erkundet werden, bewegt sich über alle Sparten des Unternehmens. Die Dauer der Berufsfelderkundung ist mit einem Tag allerdings sehr knapp bemessen. Eine Ausweitung wäre wünschenswert, um das Berufsfeld besser präsentieren zu können.“

Märkische Seniorenzentren GmbH, Geschäftsführer Matthias Germer
„Wir haben bei der Märkischen Gesundheitsholding u.a. auch Praktika zur Berufsfindung im Rahmen der Berufsfelderkundungstage für Schülerinnen und Schüler angeboten. Diese Praktika, die wir in Kooperation mit den örtlichen Schulen durchführen, dauern zwei Wochen. In der Regel nehmen ungefähr vier Schüler pro Jahr an diesen Berufsfindungspraktika teil. Im Bereich der Pflege werden die Schülerinnen und Schüler jeweils von Praxisbegleitern der jeweiligen Wohngruppe begleitet. Im sozialen Dienst und in der Tagespflege erfolgt die Begleitung von der jeweils vor Ort zuständigen Pflegekraft. Die Kurzpraktika im Rahmen der Berufsfelderkundung können allerdings nur dazu dienen, erste Eindrücke zu vermitteln. Ein vertieftes Eintauchen in die Aufgabeninhalte der pflegerischen Tätigkeit ist im Hinblick auf die notwendige Rücksichtnahme auf die Bewohner der Senioreneinrichtung naturgemäß nur in begrenztem Umfang möglich. Aufgrund der bei uns gewonnenen Erfahrungen hat sich aber gezeigt, dass sich die jungen Menschen teilweise auch für ein späteres Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnis interessieren. Vor diesem Hintergrund bewerten wir  die Durchführung von Berufsfelderkundungspraktika grundsätzlich positiv.“

Sparkasse Lemgo, Vorsitzender des Vorstandes Bernd Dabrock
„Für uns als Sparkasse ist der Kontakt zu den Schulen in unserem Geschäftsgebiet, z. B. im Rahmen der Durchführung von Bewerbungstrainings, Berufsbildpräsentationen und Betriebsbesichtigungen, von hoher Bedeutung.
Wir sehen hier zum einen unseren öffentlichen Auftrag als Sparkasse, junge Menschen in der Region bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Zum anderen sind die Schülerinnen und Schüler für uns als Arbeitgeber wichtig, denn diese nachwachsende Generation sind unsere Mitarbeiter von morgen.
Einen besonderen Fokus legen wir auf die Durchführung von Schülerpraktika. Wir bieten ein- bis dreiwöchige Schülerbetriebspraktika sowie freiwillige Praktika in den Schulferien an.
Die Chance, einen Blick „hinter die Kulissen der Sparkasse“ zu werfen, nutzen viele junge Menschen.
Gut für die jungen Leute und für uns: Viele der Praktikanten begrüßen wir später als Auszubildende wieder.“

Kreis Soest, Personalentwicklung Frau Dr. Kaesler, Kommunale Koordinierungsstelle, Herr Henneböhl
„Der Kreis Soest nutzt die Berufsfelderkundung als ein Element, junge Menschen für eine Tätigkeit beim Kreis Soest zu interessieren. In enger Zusammenarbeit mit der Kommunalen Koordinierungsstelle für das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ wurde ein Rahmenkonzept zur Ausgestaltung der „Erkundungstage“ beim Kreis Soest entwickelt. Seit nunmehr zwei Jahren beteiligt sich der Kreis Soest mit Angeboten. Die zahlreichen Plätze werden über das zentrale Onlinebuchungsportal der Kommunalen Koordinierungsstelle angeboten. Weit über 100 junge Menschen haben seitdem in 7 Berufsfeldern beim Kreis Soest eine Berufsfelderkundung durchgeführt. Dabei konnten sie an einem Tag einen Einblick in die Berufspraxis gewinnen und so realistischere Vorstellungen entwickeln - von einer Tätigkeit im klassischen Verwaltungsbereich bis hin zur Arbeit des Notfallsanitäters im Rettungsdienst. In diesem Jahr war zu beobachten, dass erste Schülerinnen und Schüler sich auf Grund der vorher erfolgten Berufsfelderkundung auch für ein zwei- oder dreiwöchiges Praktikum bewarben. „Die Entwicklung der kommenden Jahre bleibt abzuwarten, es ist aber Ziel, dieses neue Element der Berufsorientierung der Schulen in NRW auch als festen Baustein für die Nachwuchsgewinnung zu etablieren“ sind sich Dr. Kaesler und Hendrik Henneböhl (beide Kreis Soest) einig.“

Sparkasse Wittgenstein, Vorstand Axel Theuer
„Die Sparkasse Wittgenstein bietet für Schülerinnen und Schüler Praktika im Rahmen der Berufsfelderkundung mit zweiwöchiger Dauer an. In diesem Zeitraum gewinnen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche einer Sparkasse. Wir bieten in diesem Zusammenhang auch ein Bewerbungstraining an, aus dem die Praktikanten weiteren Nutzen ziehen können. Mit den Berufsfelderkundungstagen haben wir insofern gute Erfahrungen gemacht, als aus dem Personenkreis derer, die ein solches Schülerpraktikum bei uns absolviert haben, später zum Teil auch  Ausbildungsverhältnisse erwachsen sind.“

RheinEnergie AG, Vorstand Norbert Graefrath
„Die RheinEnergie unterstützt den in den Berufsfelderkundungstagen enthaltenen Ansatz, dass die Jugendlichen von heute die Fachkräfte von morgen sind. Um Jugendliche für betriebliche Aufgabenstellungen und Arbeitsabläufe zu interessieren und, sie für eine betriebliche Ausbildung zu motivieren, engagiert sich die RheinEnergie AG  aktiv mit vielfältigen Angeboten.
Wir haben beispielsweise im Jahresablauf ca. 180 Praktikanten-, Bachelor- und   Masterandeneinsätze, wobei wir Praktikumsplätze anbieten, die über Tagespraktika hinausgehen. Wir beteiligen uns außerdem am GirlsDay und stellen unser Portfolio der Berufsausbildung am Tag der offenen Tür unseres Ausbildungszentrums interessierten Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrern vor. Darüber hinaus bieten wir vermehrt Bewerbungstrainings für Schulklassen an. Gute Erfahrungen haben wir auch mit Nachfragen von Schülern und Studenten nach einem freiwilligen Praktikum, z.B. in den Sommer- oder Semesterferien, gemacht, wo der Wunsch besteht, den Arbeitsalltag bei der RheinEnergie in verschiedenen Aufgabenbereichen, sowohl im kaufmännischen als auch im technischen Bereich, kennen zu lernen. Durch das  Anbieten von Praktikumsplätzen wollen wir die RheinEnergie als attraktiven Arbeitgeber für potentielle Nachwuchskräfte darstellen und damit einen frühzeitigen Kontakt mit den Fachkräften von morgen knüpfen.“

STOAG, Stadtwerke Oberhausen GmbH, Geschäftsführer Werner Overkamp
„Die STOAG bietet Schülerpraktika an, die pro Bewerber zwischen 2 und 3 Wochen dauern. Während dieser Zeit zeichnet sich schon ab, ob derjenige Interesse an dem Beruf haben könnte oder nicht (Büro bzw. handwerklich). Wir haben so in der Vergangenheit aus dem Teilnehmerkreis den einen oder anderen Auszubildenden gewinnen können.
In unserem Unternehmen ist die Vielfältigkeit an Ausbildungsmöglichkeiten begrenzter als in anderen, da wir lediglich in 2 Bereichen ausbilden, nämlich im Kfz.-Gewerbe zum Kfz.- Mechatroniker, Fachrichtung Nutzfahrzeugtechnik bzw. Karosseriebau, und als zweite Variante die Ausbildung zum Berufskraftfahrer Personenverkehr m/w mit Erlangen des KOM­Scheins. An diese Ausbildung sind schon gewisse Voraussetzungen geknüpft (Alter, psychische Stabilität, Eignung nach MPU <23 Jahren).
Im Oberhausener „Mädchenmerker“ (Broschüre im Kalenderformat mit Infos für Mädchen und junge Frauen) haben wir eine Seite belegt, um auch diesen Personenkreis für Ausbildungsstellen der typischen Männerberufe zu begeistern. Und so hat sich nach längerer Zeit mal wieder eine sehr motivierte junge Frau „getraut“ und absolviert derzeit ihr Schülerpraktikum in unserer Omnibuswerkstatt.
Mitte Oktober werden wir unser Unternehmen im Ausbildungssektor öffentlichkeitswirksam präsentieren und nehmen dazu an einer Oberhausener Veranstaltung teil, um die Ausbildungsmöglichkeiten im gewerblichen Bereich vorzustellen. Hierzu werden wir aus unserer KOM-Flotte den Hybridbus und einen unserer Werkstattmitarbeiter sowie 1 bzw. 2 gewerbliche Auszubildende mitnehmen. Durch die Teilnahme unserer Azubi sinkt sicherlich auch bei den jungen Leuten die Hemmschwelle, sich über die Ausbildungsmöglichkeiten direkt zu erkundigen und hier zu erfahren, was in dem Beruf alles möglich ist.
Somit unterstützen wir Maßnahmen, um hier Auszubildende und damit die Fachkräfte von morgen zu gewinnen. Die Anfragen kommen seltener über die offiziellen Stellen, wie Arbeitsamt oder IHK, sondern in der Regel von den Schülerinnen und Schülern selber. Durch das erste persönliche Gespräch kann man „abklopfen“, welche Vorstellung der Bewerber m/w hat. In erster Linie bewerben sich die Kinder unserer Mitarbeiter, denen wir die Möglichkeit bieten, z. B. in unserer Werkstatt oder im KundenCenter mit der beruflichen Realität konfrontiert zu werden. Dass diese doch manchmal von den Vorstellungen abweicht, versteht sich von selber.“

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